„Beruf, Berufung, Realität – ein Blick auf die Skills der Zukunft“
- AERIS

- 19. Juni
- 2 Min. Lesezeit
„Follow your Passion“ war gestern – was die nächste Generation wirklich braucht

Ein Beruf ist ein Beruf. Arbeit ist Arbeit.Dieser schlichte Satz, den ich heute in einem Instagram-Video gehört habe, wirkt wie eine kleine Rebellion gegen ein großes Versprechen.Denn wer in den letzten zehn Jahren aufgewachsen ist, hat es überall gehört:„Mach, was du liebst.“„Folg deiner Leidenschaft.“„Wenn du deinen Traumjob findest, arbeitest du keinen Tag im Leben.“
Klingt romantisch – ist aber nicht immer hilfreich.Denn Leidenschaft ist oft flüchtig.Und die Arbeitswelt der Zukunft fragt nicht (nur): Was liebst du?Sondern: Was kannst du? Wie lernst du? Wie gehst du mit Wandel um?
🔍 Was sind die Berufe der Zukunft?
Berufe, wie wir sie kannten – mit klarer Bezeichnung, fester Laufbahn und jahrzehntelanger Sicherheit – lösen sich gerade auf.Dafür entstehen neue Rollen, oft an Schnittstellen, mit offenen Bezeichnungen und hoher Veränderungsdynamik.
Zukunftsberufe entstehen dort, wo Technologie, Menschlichkeit und Kreativität zusammenkommen:
KI-Ethiker:innen und Prompt Engineers
Pflegekräfte mit digitalem Know-how
Circular-Design-Expert:innen
Berufsbegleiter:innen im Übergang (Mentoring, Coaching, psychologische Schnittstellen)
Menschen, die Maschinen beibringen, uns zu verstehen – und umgekehrt
💡 Welche Skills zählen jetzt wirklich?
Nicht nur Fachwissen – das veraltet schnell.Was bleibt, sind Metaskills, die übertragbar sind. Dazu gehören:
Selbstlernen & Adaptionsfähigkeit
Systemisches Denken & Kreativität
emotionale Intelligenz & Kommunikation
digitale Grundbildung & Medienmündigkeit
Fehlerfreundlichkeit, Neugier & Resilienz
Und vielleicht auch:sich selbst nicht zu ernst nehmen.
🌀 Was nicht mehr zählt
Nur auf „sichere Jobs“ setzen
Titel über Wirkung stellen
Lebensläufe als Gerade denken
Erfolg an Statussymbole knüpfen
Beruf mit Identität verwechseln
🤍 Und Kunst?
Kunst war nie ein „Beruf im klassischen Sinn“ – und ist gerade deshalb ein Zukunftsfeld.Nicht im Sinne von Broterwerb für alle, aber als Lebenskomponente, die kreativ, sinnstiftend, perspektivöffnend wirkt.Wer Kunst macht, lernt mit Unsicherheit zu leben, Neues zu erschaffen, sich selbst zu reflektieren –das sind Zukunftskompetenzen.
🗝️ Fazit:
Vielleicht ist die wichtigste Fähigkeit der nächsten Generation nicht „ihre Passion zu finden“ –sondern ihren inneren Kompass zu bauen.
Nicht auf ein Mantra zu hören,sondern ihr eigenes Maß zu entdecken.
Und genau da können wir als Generation mit Erfahrung, aber ohne alte Rezepte, hilfreich sein:Nicht mit Sicherheit, sondern mit Haltung.Nicht mit Antworten, sondern mit Raum.

